Als Personal Trainer wird man nach diesem oder jenem Trend gefragt, was ist die effektivste Trainingsmethode, welche ist die neueste und wirkungsvollste Diät, welche Methoden zu entspannen sind der letzte “Schrei”. Pauschale Antworten darauf gibt es selten, zumal Trends noch wenig über Effektivität und Wirkung sagen. Manchmal sind Begrifflichkeiten zu klären, wie z.B. “Emotional Eating” (emotionales Essen), eine Bezeichnung die in diesem Falle neuerdings im Zusammenhang mit Übergewicht häufiger wahrnehmbar ist. Man ahnt zwar schon was da ins kollektive Unterbewußtsein eingesickert ist, doch die tatsächliche Tragweite in der Folge ist vielen unklar.

Sieht so Hunger aus? hang_in_there auf flickr.co
Wer kennt nicht das geflügelte Wort vom Kummerspeck oder Menschen im eigenen Umfeld die sich selbst als Stress-, Lust- und/oder Genussesser bezeichnen? Ist das möglich, aus einem anderen Motiv bzw. Körpergefühl als Hunger heraus zu essen? Welche Impulse werden gefühlt die zur ungünstigen Verknüpfung “emotionaler Hunger” und “ein Übermass an Essen” führt, die das “Normalgewicht” und manchmal sogar die Gesundheit gefährdet? Essen wird von Übergewichtigen häufig genutzt und benutzt obwohl physiologischer Hunger fehlt. Das bedeutet das es Menschen die immer und bei jeder Gefühlslage, sowohl bei normalem Hunger als auch bei Siegesfeiern, Stress, Kummer, Langeweile und noch dazu lustbetont essen, deutlich schwerer fällt das Gewicht zu kontrollieren.
Nach genauen Analysen beim Personal Training und innerhalb des Ernährungscoachings ist in der Praxis festzustellen und eindeutig:
Es gibt Gefühle die nicht Hunger sind und dennoch dick machen können.
Sind Personal Trainer diejenigen die sich als “Kalorienenerbsenzähler” betätigen, die sagen, dass das Vollkornbrot besser ist als das Marzipanbrot, oder ständig darauf hinweisen dass ein BMI von 25 und ein niedriger Körperfettanteil und ein Blutdruck von 120/80 optimal sind? Weit gefehlt: es hat sich viel verändert, wenn Sportler oder auch stark Übergewichtige durch ein bereits vorhandenes und verbessertes Ernährungswissen tiefer und an Kalorien, Vitamingehalt und Idealgewicht vorbeifragen. Viel mehr als noch vor einigen Jahren führen Fitnesstrainer, die auch als Ernährungsberater arbeiten, verhaltensstrategisches Training durch, wenn sie ihren Beruf und die Zielsetzungen ihrer Klienten ernst nehmen. Ernährungsberatung ist viel mehr als starre Vorgaben machen und das Erkennen von schweren Ernährungsfehlern. Häufig ist es zunächst Ursachenforschung!
Ziel beim Ernährungscoaching ist es für “Emotional Eater” psychischen Hunger von physischen Hunger unterscheiden zu lernen.
Diese geschieht in erster Linie durch eine vertrauensvolle Kommunikation zwischen Personal Trainer und Klient und dessen Selbstreflexion. Auch wenn das Essen für “Emotional Eater” scheinbar für einen kurzen Moment Entspannung bei negativen Gefühlen bringt, müssen bei schwer Übergewichtigen diese Gefühle vom Essen entkoppelt werden. Die psychische Abängigkeit vom Essen muss zurückgebildet und durch neue Gedankenstrukturen in kritischen Situationen ersetzt werden. Das ist solange Kopfarbeit bis falsche Verhaltensmuster mit neuen überschrieben sind und sich richtige Automatismen eingestellt haben. Das bedeutet übrigens nicht das das “MAL” über die Stränge schlagen verteufelt werden soll, es geht um die Einschränkung von Maßlosigkeit. Essen, welches der Gewichtsreduktion dienen soll, ist nicht vorrrangig Kalorienzählen sondern “Instinktschulung”. Die großen W’s sind es über die es nachzudenken gilt in der Arbeit mit Klienten die Gewicht reduzieren wollen oder manchmal sogar dringendst müssen.
Warum esse ich? Wann esse ich? Was esse ich? Welche Situationen sind es in denen ich esse? Wieviel Esse ich? Wann bin ich satt? Wie fühlt sich satt an?
Das sind die richtigen Fragen die bei ehrlicher Beantwortung zur Veränderung des Essverhaltens beitragen. Der Ist- und Sollzustand wir gegenübergestellt und durch wiederholtes Training der neuen Verhaltensweisen eine Kalorienreduktion erzielt, die wiederum zur Gewichtsabnahme führt. Und über das hier und jetzt und über die erreichte Gewichtsreduktion hinaus muss sich neu Erlerntes Ernährungsverhalten dauerhaft manifestieren um den Erfolg zu stabilisieren.
Wer gerne und aus Genuss isst sollte möglichst gezügelt essen damit er möglichst lange Essen und genießen kann.
Denn durch hausgemachte Krankheiten wie z.B. Diabetes Typ2 beschneidet man sich der eigenen Lebensqualität und letztlich auch -erwartung erheblich. Denn ein jeder weiss, dass Diabetiker und Herz-Kreislauf-Erkrankte mit metabolischem Syndrom kürzer und auch genußärmer leben als agile, aktive Menschen mit Normalgewicht und besseren Blutfettwerten.

2 Kommentare
Hallo.
Interessante Homepage die du hier hast – mit vielen nützlichen Infos.
Besten Dank und weiterhin alles gute!!!
Und zu deinen Erklärungen und Tipps kommt hinzu, dass emotionale Esser das falsche essen und aufgrund dessen nicht aufhören können.