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Therapeutisches Boxen bei Traumata und Depression

Therapeutisches Boxen vs. Wut, Burnout und Depression

Geboxt wurde eigentlich schon immer, um sich im sportlichen Zweikampf zu messen. Jedenfalls ist das seit den olympischen Spielen der Griechen im Jahr 688 v. Chr. bekannt. Warum ist dieser Sport so lang jung geblieben, mehr denn je aktuell und macht den Boxsport praktisch für jedermann wertvoll? Und das ungeachtet dessen, das einige im Schubladendenken verhaftet, Boxen als tumbe Prügelei abwerten und diffamieren!

Gibt der Boxsport einen therapeutischen Nutzen bei bestimmten Einschränkungen oder Erkrankungsbildern her? Der direkte Zweikampf, das physisch intensive Training, die Herausforderung erlernte Techniken mit einer zielführenden Taktik zu verbinden, sind Aspekte, die sicherlich sehr vielen sportlich Interessierten bekannt sind. Fakt ist, es gibt kein vielschichtigeres Fitnesstraining für Körper und Geist als Boxen. Weniger bekannt ist die Wirkung im Gehirn, genauer gesagt auf die Kommunikation der beiden Gehirnhälften miteinander.

Therapeutisches Boxen fördert  die bilaterale Hemisphärenstimulation

Durch die vielen Überkreuzbewegungen beim Boxen entsteht ein besserer „neuronaler Datenverkehr“ zwischen linker und rechter Gehirnhälfte. Unterstützend dabei ist, dass die 4 Gliedmaßen unabhängig voneinander zum gleichen Zeitpunkt unterschiedliche Aufgaben übernehmen müssen. Das führt zur, in der Fachsprache genannten, „bilateralen Hemisphärenstimulation“, hinter der sich ein hoher Nutzen verbirgt.

Die rechte Gehirnhälfte (zuständig für kreatives denken, Intuition und Emotionalität) vernetzt sich mit der linken Gehirnhälfte (zuständig für logisch-analytisches Denken und Rationalität) was zu kreativeren Denk-, Lern- und Verarbeitungsprozessen führt. Das wiederum bewirkt oft neue Bewertungen, alter negativ abgespeicherter Erfahrungen und kann somit bei der Bewältigung und dem Überwinden von Traumata und Ängsten sehr unterstützend wirken. Aber auch bei aufgestauten Aggressionen, Wut, Depressionen und Burnout ist Boxen durch den gesteigerten neuronalen Verkehr im Gehirn hilfreich.

Übrigens: Ich biete therapeutisches Boxen in Berlin an!

Boxen stärkt Selbstbewusstsein und verbessert die Körperwahrnehmung

Boxen hilft darüber hinaus den Körper besser wahrzunehmen, die Wut zu kanalisieren und dieser ein Ventil zu geben. Andererseits ist es bei lethargisch veranlagten Menschen, oft so, dass diese durch das Boxtraining feststellen, wieviel Kraft und Energie in ihnen steckt. Menschen die zu offenen Aggressionen neigen, entdecken oft ihre sensible Seite, durch Demut, Respekt und Achtung anderen und dem Sport selbst gegenüber. Sie lernen Grenzen zu erkennen und sich Ängsten zu stellen, um auch parallele Lösungen außerhalb der Ringseile für Probleme zu finden. Durchhalt -und Durchsetzungsvermögen und Frustratrationstoleranz werden mittrainiert.

Die Körperspannung und Haltung verbessern sich, was sich in einer positiveren Körpersprache ausdrückt. All das zusammengefasst hat einen wertvollen mentalen Effekt, lässt das Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl wachsen und erzeugt einen Transfer in andere Lebenskontexte und Alltagssituationen. Wobei zu erwähnen ist, dass der direkte Vollkontakt im Zweikampf, ob im Sparring oder Wettkampf für die zu erzielenden Effekte nicht zwingend notwendig sind, was auch für ein Boxtraining im klassischen Sinne gilt.

Therapeutisches Boxen bei neurologischen Erkrankungen?

Interessanterweise ist Boxtraining durch genannte Gehirnstimulation auch eine sehr gute Unterstützung bei neurologischen Erkrankungen wie Parkinson oder Multipler Sklerose. Auch hier sind die erwähnten Wirkmechanismen stärkend, den Gleichgewichtssinn trainierend um mehr Selbstsicherheit im Alltag zu erlangen. Die Parallelen und Schnittmengen zwischen dem Boxen und dem „normalen Leben“ sind enorm.

Definition: Therapeutisches Boxen ist eine körpertherapeutische Methode, die im Rahmen von Psychoedukation, oder als Begleitung und Ergänzung einer Psycho- und Verhaltenstherapie breite Anwendung finden kann. Hierbei ist das Ziel vorrangig, die Körperwahrnehmung zu verbessern, zu erlernen, Gefühle und Emotionen wahrzunehmen, auszudrücken und zu regulieren. Unterstützt wird die Bewältigung von traumatischen Erlebnissen, die Verbesserung der Steuerung von negativen und destruktiven Impulsen und der Abbau von inneren Spannungen. Durch Selbstwirksamkeit und Selbstbehauptung wird eine Stärkung der psychischen Belastbarkeit erlangt.

Denn wir müssen uns, im Leben wie im Boxen, oft vor Rückschlägen, Niederschlägen, Tiefschlägen und KO’s schützen, diesen ausweichen oder manchmal davon erholen. Am Ende geht es darum Lucky Punches zu erzielen. Dabei sind Glücksschläge beim therapeutischen Boxen nicht zufällig, sondern das Ergebnis und Lohn intensiven Trainings. Boxen braucht nicht viel Equipment und lässt sich vielerorts auf ebenen Boden trainieren. Übrigens: Beim Training muss nicht alles im bierernsten Milleu stattfinden, es darf auch gelacht werden, denn Humor steigert die Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit). Viele gute Gründe für jedermann darüber nachzudenken welche Sportart den höchsten Mehrwert mit sich bringt. Boxen ist Fitness pur, bringt therapeutischen Nutzen, ist eine Herzensangelegenheit und Seelenmassage! seelenboxer🥊🙏❤️