Erfahrungen & Bewertungen zu RoRoCoach

Trostpflaster mit der Nebenwirkung Kummerspeck, -welche Zusammenhänge, Ursachen und Wechselwirkungen sind hier relevant? Viele Personal Trainer Kollegen kennen die Arbeit mit Übergewichtigen und deren Vorsätze endlich abzunehmen. Ist der Bereich von 10-20 kg Gewichtsverlust noch eher als alltäglich einzustufen, so sind die schweren Fälle mit einem BMI über 40 seltener und sehr speziell. Eine schwere Adipositas geht zumeist mit einer Essstörung einher, der man nicht allein mit körperlichem Training und einer Nahrungsmittelmodifikation beikommen kann.

Herzwunden heilen nicht mit Bauchpflaster

Herzwunden heilen nicht mit Bauchpflaster                            Foto:pixabay

Ein großer Teil der Klienten, die sehr viel Gewicht reduzieren wollen, sind immer wieder erstaunt, wenn ich ihnen zum Trainingsstart sage, wir müssen das Problem hinter dem Problem lösen. Das mentale Training, die gezielte Bearbeitung von personenspezifischen Themen ist dann ein wesentlicher Baustein des Trainingskonzeptes „Abnehmen“. Abnehmen heißt, sehr oft auch falsche Trostpflaster zu erkennen, sie zu entfernen und Wunden anders als bisher zu verschließen:

Wer kann sich nicht erinnern, wie tröstend es als Kind war, nach einem Sturz in den Arm genommen und gestreichelt worden zu sein. Der „Wunde“ pustend Linderung zu verschaffen oder Spucke drauf und gut ist, sehen Dermatologen wegen der Erreger die in die Wunde gelangen können eher kritisch.

Psychologen hingegen sprechen diesen Heilungsritualen durchaus eine positive Wirkung zu. Einer Wunde Zuwendung, Achtsamkeit und Pflege zukommen zu lassen lindert den Schmerz. Ein solches „Trostpflaster“ schützt  die Wunde zwar nicht vor Verunreinigungen, jedoch ist sie der Erstversorgung zugeführt.

Achtsamkeit – Wunden brauchen Zuwendung

 

Behandlung erzeugt Zuversicht, die der Heilung entgegenkommend ist und dadurch unterstützend wirkt.  Diese erlernte Form der Heilung setzen wir im späteren Erwachsenenalter fort, wir behandeln zB. Schürf -und Schnittwunden durch achtsames und wiederholtes tupfen, salben, pflastern oder verbinden. Was würde mit solchen Wunden geschehen, wenn wir sie mit einem 10 Meter langen Verband versorgen und diesen nie wieder entfernen? Würde die Wunde so endgültig heilen?

Wunden heilen nicht unter einem dicken und endgültigen Trostpflaster

 

Nein, weil letztlich fehlende Zuwendung, Pflege und Unachtsamkeit eher einen Fäulnis als einen Heilungsprozess unter der Oberfläche erzeugt. Äußere Wunden brauchen keine endgültige Abdeckung, sondern regelmäßige Achtsamkeit. Wie ist das nun mit unsichtbaren psychisch-emotionalen inneren Wunden? Hier ist das erlernte Instrumentarium zur Heilung bei vielen Menschen zumeist deutlich reduziert bzw. fehlgeleitet. Vor allem dann, wenn eine falsche Wahl des Trostpflaster vorliegt.

Wunden fristen dann im Verborgenen ihr Dasein, die andauernde „Gärung“ treibt ihr Unwesen und unbehandelte Wunden schmerzen viele Jahre oder Jahrzehnte nach der Verletzung weiter. Medikamente helfen nur bedingt, da Symptome zwar gemildert, den chronischen Verlauf allerdings kaum aufhalten können. Die Ursache kann auf diese Art nicht bei der Wurzel gepackt werden.

Kompensatorisches essen ist Trostpflaster, hilft aber der Wunde nicht

 

Eine Verlagerung oder ausweichen auf andere „Heil -und Hilfsmittel“, wie Essen, soll unterbewusst kompensieren, was nur durch Bewusstmachung und Lokalisierung der Wundstelle auf den Heilungsweg gebracht werden kann. Der Mensch muss essen,  um das Wunderwerk Mensch am Leben zu erhalten. Soweit so gut. Was ist jedoch wenn Lebensmittel zu Nahrungsmitteln degradiert, als „Tablette“ gegen Schmerzzustände missbraucht werden und lediglich der Auswirkung von Wunden Rechnung getragen wird.

Kummerspeck macht nicht nur dick, sondern krank

 

Die Wirkung zeigt sich dann oft im Außen in Gestalt eines dicken Bauchgürtels, der wie eine Mauer zum Schutz vor weiteren eindringenden Verletzungen wirken soll. Die Mauer ist aus Speck, nämlich dem sogenannten Kummerspeck, der bei vielen Menschen zu erheblicher Dicke heranwächst mit gesundheitsgefährdenden Nebenwirkungen inklusive.

Wenn im Kindesalter die Kinderschokolade noch Trost bei äußeren und auch inneren Verletzungen spendete oder Belohnung für eine besondere Leistung darstellte, so kann es später zu kompensatorischem Verhalten,  Essstörungen und Adipositas führen. Leider funktioniert es nicht, den „emotionalen Hunger“ mit einem selbst ernannten „Happy Meal“ stillen zu wollen.

Der Symptomort ist sehr oft nicht der Ursachenort

 

Ob nun beim „Broken Heart Syndrom“, Kopfkino mit Horrorvorstellungen, oder dem dauerhaft mulmigen Bauchgefühl, weil eine geschluckte „dicke Kröte“ nicht verdaut werden kann: Den Magen zu füllen um emotionale Leere in Fülle zu wandeln, ist wie beim Auto einen defekten Bordcomputer durch betanken reparieren zu wollen. Mit der „Nase voll“, dem „dicken Hals“ oder der berühmten „Laus“ die mit Vorliebe über die Leber läuft, ließe sich die Liste der metaphorischen Beschreibungen von Missgefühlen fortsetzen.

Psychosomatisch ausgelöst heißt nicht ohne Symptom, sondern, das Symptome in Körperregionen auftauchen in der nicht die Ursachen der Beschwerden liegen. Kummerspeck ist im Kopf – und Herz produziert und kann deshalb nicht mit einer Magenverkleinerung oder Darmsanierung behandelt werden. Die Frage Hast Du wieder Deinen Bauch gefüttert, obwohl Dein Herz hungrig ist, bringt das genau auf den wunden Punkt. Viele Übergewichtige sind nicht depressiv, weil sie dick sind, sondern sie sind dick, weil sie depressiv sind.

Die Deinstallation des falschen Programms ist notwendig

 

Ein deutlicher Unterschied in Bezug auf Ursache und Wirkung, die nur wenigen Übergewichtigen bewusst ist. Gelingt die Deinstallation des falsch programmierten Autopiloten nicht, besteht bei langjährig Übergewichtigen kaum Aussicht auf einen nachhaltigen Abnehmerfolg.

Denn ob nun aus Frust, Trauer, Wut, Stress, Existenzangst oder Liebeskummer heraus maßlos  und undifferenziert gegessen wird es bleiben Sorgen -und Kummergefühle und kein physischer Hunger. Wer emotional hungrig ist, dem wird auch die XXL Pizza, die Chips oder der Schokoriegel keine zufriedene innere Fülle, sondern lediglich ein Völlegefühl bescheren. Um Abhilfe zu schaffen, ist die Installation eines neuen Gedanken -und Handlungsprogrammes nötig.

Gedankenkontrolle heißt nicht den Gedankenimpuls durch Verbote und Verzicht wegzudrücken, sondern den Gedanken durch einen anderen ersetzen. Das ist Trainingssache, solange bis sich Automatismen zu erwünschtem Verhalten dauerhaft verfestigen. Des Weiteren ist es wichtig bestimmte Lebenssituationen und die unterbewusste Verknüpfung mit Essen zu entkoppeln.

Die Gewöhnung während des Fernsehens Chips, Bier oder Schokolade zu konsumieren ist ein solcher Klassiker. Stressige Arbeitszeiten am Computer mit dem Griff zum Schokoriegel lindern zu wollen, funktioniert nur subjektiv und wird keine tatsächliche Stressreduktion erzeugen. Der Bauch wächst, der Stress bleibt!

Alternative Stressreduktion in Verbindung mit Gedankenkontrolle sind hilfreich

 

Atemübungen, kurze Meditationen oder ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft sind deutlich effektiver. Etwas schwieriger, weil weniger planbar, ist die plötzliche Konfrontation mit olfaktorischen Reizen, die einem auf Schritt und Tritt begegnen können. Mittlerweile werden Backstuben vorsätzlich in Super -und Baumärkten platziert, damit der Geruch von frischem Gebäck Impulse zum Kauf und Überkonsum beim Kunden erzeugt. Auch hier hilft die Bewusstmachung dessen und eine Vorkonditionierung, auch mit der Frage: Was brauche ich jetzt wirklich?

Wunden, die von Außen nach innen entstanden sind, können nur von innen nach außen geheilt werden. Sie müssen ans Licht (nicht unbedingt das Licht der Öffentlichkeit), brauchen Luft, Wärme, Zuwendung ja Liebe, um zu heilen. Da es manchmal „Operationen am offenen Herzen“ sind, ist es wichtig für Hilfesuchende auf ihrem Weg einen empathischen, erfahrenen Trainer, Coach oder Therapeuten zu einem besseren und gesünderen Verhalten zu nehmen. Für uns Trainer bedeutet das, nicht nur nach neuen Ernährungstrends, Trainingsübungen oder Methoden zu suchen, sondern stetige Weiterbildung in Sachen Mentaltraining, Kommunikation und Menschenführung.

 

 

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