Ernährung ist wichtig, das weiß jedes Kind! Einigen liegt Aufklärung und Bildung in Sachen Ernährung besonders nahe. Eine personifizierte, investigative Wissenserweiterungsmaschine aus dem deutschen Fernsehen geht seit langem den harten Weg der Meinungsfindung. Aus Berufung. „Bild“ Dir Deine Meinung, sagt dieser Mann, und, „also mir wäre ein bisschen mehr Bildung und ein bisschen weniger Meinung lieber„, sagt der auch noch.  Na klar, mehr Bildung ist nötig, wer sollte etwas dagegen haben, erst recht wenn es um Ernährung geht ist mehr Wissen nicht fehl am Platze. Mal gucken ob wir Meinungen bilden und damit Bildungslücken schließen können:  Er, der angesprochene Moderator, sagt uns wenigstens die Wahrheit, das Gutfried gut für uns ist und fit wie ein Turnschuh macht. Er ist keiner der Wurstbrät verrät. Das bisschen Natriumnitrat (E250), Natriumcitrat (E331) , die paar Triphosphate (E451), Mono-und Diglyceride (E471) und Verdickungsmittel in der Wurst, machen diese und den Kohl wohl nicht fett und lassen höchstens Mäkler ein Haar in der Suppe finden.

Und jeder weiß, selbst die größten Querulanten auch, davon stirbt man ja schließlich nicht. Das die Pute in Old Germany groß geworden ist und durchs Dorf getrieben wurde ist auch gut, sagen wir zu Gutfried.  Wer will schon wissen wie. Auch das sich unter dem Federkleid der so gesunden Geflügelwurst manchmal ein Schwein verstecken darf, ist gesetzlich völlig in Ordnung. Stimmt’s Frau Aigner und Herr Kerner?? Wichtig ist doch, dass die Wurst ganz lange schön bleibt, wie wir alle letztlich dadurch auch.

Manche lassen sich vor jeden Werbekarren spannen

Schön ist doch auch, dass bereits eine ganze Bewegung von fitten  „Gutfriedjüngern“ durch seine Schirmherrschaft daraus geworden ist, die dem omnipotenten „Fitnessführer“ und Wahrheitsfinder mit seiner charakteristischen „mir nach“ Geste folgen. Inzwischen weiß man ja schließlich:“ wenn man sich mit Gutfried bewusst und lecker ernährt hat man auch Lust sich zu bewegen„.

Aha, wer also keine Lust hat sich zu bewegen hat wohl sein Gutfriedtellerchen nicht leer gemacht?! Allerdings lässt irgendwie die Intensität der „folgt mir“ Armbewegung den Verdacht zu, dass dem „Reiseleiter“ auf dem Weg zum Land der Wahrheit letztlich doch ein paar Nährstoffe abhanden gekommen sein müssen. Oder ist es irgendwie fehlender Glaube, der den schlaffen Flügel erklärt? Egal.

Ernährungsbildung ala Gutfried

Cornig? „Werbung und Realität“
Foto: foodwatch flickr.com

Noch körniger und kerniger als die Kerner’sche Gesundheitswurst sind ja die kornigen Cornyriegel aus Schwartau, wie sie nur von Kerner glaubhaft in Szene gesetzt werden können. Das liegt nah, denn dieser wollte früher Bauer werden, weil er das Ehrliche und original Ursprüngliche, ja eben das Kernige mehr liebt als nur Gequatsche wie er sagt. Jedenfalls ist auch im Corny-„Müsliriegel“ einiges an geballter Kraft zusammengekommen: sage und schreibe 10 % Getreideflocken, sieben verschiedene Zuckerarten und aus Pflanzenfett und Mehl geformte Kügelchen, die die Körner darstellen! Da kann man nur Blutzuckerklötzer staunen!

Selten ist in Produkten die beworben werden „nur“ Gutes –  das gilt auch für (Gut)fried

Dass das Produkt aus der Verpackung ausgewickelt diametral anders aussieht und schmeckt als die Abbildung suggeriert, wäre eigentlich ein zu vernachlässigender Nebeneffekt, wenn nicht eindeutig Corny draufstehen würde, denn das heißt übersetzt getreidereich. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, dass auch ein blindes Huhn mal ein Korn findet, wo auch immer, aber im Corny-„Müsliriegel“ jedenfalls nicht. Das ist Verbrauchertäuschung, behaupten böse Zungen.

Auch „prominente Lügen“ haben kurze Beine und machen keinen Ernährungsmessias

Noch bösere sagen, dass in diesem Falle das Spiel auf der Medienklaviatur keine erhellende Melodie hervorzaubert, sondern bewusst eine Menge Bildungsmisstöne mit monetärem Background die sich zu einer Symphonie der gezielten Volksverdummung formen. Beim konsumieren der genannten Produkte und eventuell auftretenden Risiken und Nebenwirkungen wenden Sie sich nicht an Ihren Arzt oder Apotheker, sondern an Gutfried, Schwartau oder an Kerner selbst. Unterstützen Sie Foodwatch mit Ihrer Zustimmung zur Nährwertampel.
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