„Emotionales Essen“ – Als Personal Trainer wird man häufig nach diesem oder jenem Trend gefragt. Was ist die effektivste Trainingsmethode, welche ist die neueste und wirkungsvollste Diät, welche Methoden zu entspannen sind der „letzte Schrei“? Pauschale Antworten darauf gibt es selten, zumal Trends noch wenig über Effektivität und Wirkung sagen. Manchmal sind  Begrifflichkeiten zu klären, wie z.B. „Emotional Eating“ (dt. Emotionales Essen). Eine Definition für ein Essverhalten, die im Zusammenhang mit Übergewicht genannt wird. Man ahnt zwar schon was da ins kollektive Unterbewusstsein eingesickert ist, jedoch die tatsächliche Tragweite in der Folge ist vielen unklar.

Emotionale Essen - Abnehmen

„Emotionales Essen“ Sieht so Hunger aus?
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Wer kennt nicht die geflügelten Worte vom Kummerspeck oder dem Trostpflaster? Wahrscheinlich kennt auch jeder im eigenen Umfeld Menschen, die sich selbst als Frust-, Stress-, Lust- und/oder Genussesser bezeichnen.  Ist das möglich, aus einem anderen Motiv bzw. Körpergefühl als Hunger heraus zu essen? Welche Impulse werden gefühlt, die zu einer ungünstigen Verknüpfung „emotionaler Hunger“ und „ein Übermaß an Essen“ führt, die das „Normalgewicht“ und manchmal sogar die Gesundheit gefährdet?

Abnehmen als „Emotionaler Esser“?

 

Essen wird von Übergewichtigen häufig genutzt oder missbraucht, obwohl physiologischer Hunger fehlt. Diesen Menschen fällt es schwerer das Gewicht zu kontrollieren. Es wird in jeder „Gefühlslage“, sowohl bei normalem Hunger als auch bei Siegesfeiern, Stress, Kummer, Langeweile gegessen um diese Gefühle zu überschatten. Nach genauen Analysen beim Personal Training und innerhalb des Ernährungscoachings ist in der Praxis festzustellen und eindeutig:

Es gibt Gefühle die nicht Hunger bedeuten und dennoch dick machen können

 

Sind nun Personal Trainer diejenigen, die sich ausschließlich als „Kalorienenerbsenzähler“ für ihre Klienten betätigen? Nein, denn zu sagen, dass das Vollkornbrot besser ist als ein Marzipanbrot, oder dass ein BMI von 25, ein niedriger Körperfettanteil und ein Blutdruck von 120/80 optimal sind, ist heutzutage oft unnötig. Es hat sich viel verändert, wenn Sportler oder auch stark  Übergewichtige durch ein bereits vorhandenes und verbessertes Ernährungswissen tiefer und an Kalorien, Vitamingehalt und Idealgewicht vorbeifragen.

Viel mehr als noch vor einigen Jahren führen Fitnesstrainer, die auch als Ernährungsberater arbeiten, verhaltensstrategisches Training durch, wenn sie ihren Beruf und die Zielsetzungen ihrer Klienten ernst nehmen. Ernährungsberatung ist viel mehr als starre Vorgaben machen und das Erkennen von schweren Ernährungsfehlern. Häufig ist es zunächst Ursachenforschung!

 „Emotionale Esser“ müssen lernen psychischen Hunger von physischen Hunger zu unterscheiden

 

Diese geschieht in erster Linie durch die Selbstreflexion des Klienten.  Auch wenn das Essen für „Emotional Eater“ scheinbar für einen kurzen Moment Entspannung bei negativen Gefühlen bringt, müssen bei schwer Übergewichtigen diese Gefühle vom Essen entkoppelt werden. Neue Gedanken- und Handlungsstrukturen müssen in der Konfrontation stets trainiert werden.

Das „Trostpflaster Essen“ kann eine Wunde nur abdecken aber nicht heilen

 

Das ist solange Kopfarbeit bis falsche Verhaltensmuster mit neuen überschrieben sind und sich richtige Automatismen eingestellt haben. Das bedeutet übrigens nicht das das „MAL“ über die Stränge schlagen verteufelt werden soll. Es geht um die Einschränkung von Maßlosigkeit. Essen, welches der Gewichtsreduktion dienen soll, ist nicht vorrangig Kalorien zählen sondern „Instinktschulung“. Die großen fragenden W’s sind es, auf die es in der Arbeit mit Klienten die Gewicht reduzieren wollen Antworten gefunden werden müssen.

Die wichtigste Technik beim Abnehmen sind die „W“ – Fragen für „Emotionale Esser“

 

Warum esse ich und will ich das jetzt wirklich? Wann esse ich? Was esse ich? Welche Situationen sind es in denen ich esse? Wie viel esse ich? Wie fühlt sich satt an? Das sind die richtigen Fragen, die bei ehrlicher Beantwortung zur Veränderung des Essverhaltens beitragen. So ergibt sich ein neuer Bewertungsrahmen der Situation und es fällt leichter mit einer besseren Vorkonditionierung die kommende Esssituation besser steuern zu können.

„Was will ich wirklich“, ist eine Frage die das Wollen fördert. Der Wille und der Glaube daran, Verhalten ändern zu können, sind eine positive Kraft. Den Glaubenssatz „Ich kann das nicht“ ist jedenfalls kontraproduktiv. Der Glaube versetzt bekanntermaßen Berge und die Kraft der Gedanken ist immens!  Buddha sagt: „Du wirst morgen sein, was Du heute denkst“.

Gefühle können nicht weggegessen werden, sondern wollen gelebt werden

 

Neben dem wiederholten Verhaltenstraining, gibt es einige hilfreiche Werkzeuge wie das WingWave Coaching (EMDR – Eye Movement Desensitization and Reprocessing) die den Klienten zusätzlich sehr unterstützen können. Mit einem kinesiologischen Ringtests, kann mit sehr hoher Genauigkeit der „Gefühlstrigger“ des Klienten ermittelt werden, der das unerwünschte Verhalten auslöst. In der Konfrontation mit diesem Gefühl werden schnelle Augenbewegungen des Klienten durch den Coach initiiert (ähnlich wie im Traum).

Hiermit wird eine bessere neuronale Verknüpfung zwischen den beiden Gehirnhälften, der analytisch-logischen Seite (links) und der intuitiven-emotionalen Seite (rechts) hergestellt. Arbeiten beide Gehirnhälften besser zusammmen, werden Traumata uä. negative Gefühle neu verarbeitet. Damit stehen dem Klienten in der gleichen Situation eine breiteres Handlungsportfolio zur Verfügung.

Es werden der Ist- und Sollzustand unbewusst neu gegenübergestellt und eine neue Verhaltensweise erlernt.  Eine bedarfsgerechte Selektion der Nahrung wird erleichtert, woraus häufig eine Kalorienreduktion resultiert. Diese wiederum führt mittelfristig zur Gewichtsabnahme. Und über das hier und jetzt und über die erreichte Gewichtsreduktion hinaus muss sich neu erlerntes Ernährungsverhalten dauerhaft manifestieren um den Erfolg zu stabilisieren.

Wer gerne und aus Genuss isst, sollte möglichst gezügelt essen, damit er möglichst lange Essen und genießen kann.

 

Denn durch hausgemachte Krankheiten wie z.B. Diabetes Typ2 beschneidet man sich der eigenen Lebensqualität und letztlich auch Lebenserwartung erheblich. Denn ein jeder weiss, dass Diabetiker und Herz-Kreislauf-Erkrankte mit metabolischem Syndrom kürzer leben als agile, aktive Menschen mit Normalgewicht.

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